Buchtipps

von Ragnar Jónasson wurde im Stern hochgelobt und ist gespickt mit Zitaten von mir geschätzter Krimiautoren wie Ian Rankin, die sich begeistert äußern – soviel Vorschusslorbeeren machen natürlich neugierig. In der Tat ist Hulda – allein der Name! – eine ungewöhnliche Hauptfigur, kurz vor der Pensionierung, gerade abgesägt vom viel jüngeren Chef…
  Vor einiger Zeit, als ich noch eine sehr viel aktivere Strafverteidigerin war, mußte ich einige Tage im Monat in Tübingen verbringen und dort die wirklich unglaubliche Borniertheit schwäbischer Honoratioren und anderer Kleinstadtbewohner kennenlernen – eine Erfahrung, auf die ich gerne verzichtet hätte. Anna Katharina Hahn ist…
Wenn man Doris Knecht liest oder Frau Schreiner oder jetzt Dominik Barta, dann scheint einem das österreichische Land noch ländlicher zu sein als das deutsche. Rückständiger, bäuerischer, enger, aber auch verwurzelter, traditioneller, stärker. Mir fällt gerade außer „Unter Leuten“ kein Roman ein, der sich in Deutschland mit dem Landleben…
Es muss nicht sehr tief sein, das Wasser, in dem man ertrinken kann, es erfordert nur eine tiefe Verzweiflung, will man sich darin umbringen. Es ist schwer, in Coronazeiten ein Buch zu empfehlen, das zutiefst (schon wieder dieses Wort) deprimierend ist. Aber wir leben in einer Situation, in der sich viele Gedanken darüber machen, was mit…
Meine Freundin Heike macht Pesto aus Giersch und man kann das tatsächlich essen und so für kurze Zeit einen Teil des Gegners sinnvoll vernichten. Meine Oma hätte sich geschüttelt, hätte man ihr Giersch zum Essen offeriert, denn für sie war er nichts als ein hassenswertes Kraut, das allen Bemühungen, es auszumerzen, trotzte. „Garten ist Krieg“,…
Ich gebe zu, es ist eine Schande! Wie konnte ich nur einen Moment daran zweifeln, dass die Fortsetzung von „Wolkenbruchs wundersame Reise in die Arme einer Schickse“ weniger lustig sein könnte als der erste Teil. Wahrscheinlich lag es daran, dass das Wort „Spionin“ im Titel vorkommt und ich Spionagegeschichten nicht besonders mag. Welch…
Vor einiger Zeit habe ich „Das blaue Zimmer“ von Simenon so gelobt, man kann es noch bei den Buchempfehlungen nachlesen. Nun erschien „Der Spürsinn des kleinen Doktors“, ein Roman, den er Ende der dreißiger Jahre geschrieben hat, als Fingerübung sozusagen. Der kleine Doktor ist Arzt in der Normandie und entdeckt anläßlich eines Notfalls, zu dem er…
Wenn Sie keine Angst vor Virginia Woolf haben, dann sollten Sie dieses Buch lesen. Allerdings muss ich Sie darauf hinweisen, dass es zu Zeiten der Corona-Depression nicht gerade zur besseren Laune beiträgt. Michael Kumpfmüller hat sich auf beeindruckende Weise in die Psyche einer Depressiven eingefühlt und schildert die letzten Tage Virginias vor…
  Habe ich jemals etwas von Matthias Politycki gelesen? Haben Sie? Wahrscheinlich habe ich es nicht getan, denn wenn seine früheren Bücher diesem letzten nur in etwa gleichkommen, hätte ich es wohl nicht vergessen. So muß ich zugeben, dass es mit meiner literarischen Kenntnis doch nicht so weit her ist… Ein Mann bricht zum…
ist ein mächtiges Gefühl. „Le malheur du bas“ heißt das Buch von Inès Bayard im Original, mit meinem rudimentären Französisch würde ich dies als „Das Unglück, das Pech, der Unfall da unten“ übersetzen, denn wirklich präzise lässt sich im Deutschen nicht ausdrücken, was mit dem ungemein treffenden französischen Titel gemeint ist. „Unter der…

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