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Buchtipps

Die ideale Lektüre für alle, die zu Fuß unterwegs sind und flanierend Städte erkunden. Kurze Kapitel, nichts Zusammenhängendes. Beobachtungen, Notizen, Skizzen, Schlagzeilen, Gesprächsfetzen aus Cafés, Werbung, Gedanken über Thomas de Quincey, Poe, Baudelaire, Benjamin, Virginia Woolf und andere. Wie ein langer und guter Spaziergang durch die Stadt. Ein Füllhorn, eine Schatztruhe, ein unendlicher Strom von Inspirationen Eindrücken.

Da der letzte Starkwind uns in die Bücherwagen gefahren war, hat er ein paar Krimis zu unverkäuflich ondulierten Exemplaren werden lassen, und die habe ich gelesen, damit sie wenigstens noch zu etwas gut waren. Einer davon stammt von dem deutschen Autor Michael Thode, und der hat Jura studiert, was sich erfreulich bemerkbar macht.

Nina Lykke hat wieder ein fieses kleines Buch geschrieben, so gemein, als hätten Doris Knecht oder Margit Schreiner Patin gestanden, und dieser Schmäh ist dem Norweger an sich ja eher fremd. Oder dem Schweden.

Das Glück schreibt keine Literatur. Keine guten Geschichten, nicht die von der Art, die einem zeigen, dass Schriftsteller dich einig machen können mit der Welt.

Angela Winkler mochte ich eigentlich nie, sie schien mir so ausdruckslos, rehäugig – aber wahrscheinlich habe ich sie immer mit „Katharina Blum“ zusammengeworfen, der Rolle, die sie bekannt machte. Aber ich habe auch noch sehr genau das Plakat für „Hamlet“ vor Augen, bilde ich mir jedenfalls ein, ihr Gesicht im Profil, mit der Krone, und einer Prinz-Eisenherz-Figur.

Eines meiner Lieblingsbücher ist „Die schwarze Messe“ von Charles Willeford, der leider schon vor einiger Zeit viel zu früh verstorben ist.  Lange warte ich auf eine Neuauflage, aber keiner erhört mich.

Schon als Kind fand ich Rittersagen faszinierend, vor allem die Geschichten von Artus und der Tafelrunde. Besonders beeindruckt hat mich später die Geschichte von Parsival, der seltsamerweise in diesem neuen Buch von Frau Nunez nicht erwähnt wird. Ritter mussten durch viele Prüfungen gehen, bis sie als Krönung zum König oder zum Weißen Ritter werden konnten. Keltische Sagen sind voll davon – die Helden mussten, um zu reifen, erst sündigen.

Sollten Sie einen Garten besitzen oder mit dem Gedanken spielen, sich einen solchen zuzulegen, sollten Sie schon einmal Zucchini angepflanzt oder mit dem Buchsbaumzünsler gekämpft haben, müssen Sie dieses Buch unbedingt lesen! Aber selbst wenn Sie absolut keinen grünen Daumen haben und jede Zimmerpflanze bei Ihnen sofort verkümmert, ist dies eine trostbringende Lektüre. Fahren Sie aber mit dem Bändchen nicht in der UBahn und lesen Sie es nicht in einem Wartezimmer, denn möglicherweise wird man Sie für völlig irre halten, weil Sie dauernd in albernes Gekicher ausbrechen.

Verzweiflungstaten begeht man gerne in recht frühen Jahren und in einem Zustand, den man für Verliebtheit hält. Nun ist das gute am Alter, dass man nicht mehr jung ist und sich einbilden kann, über hinreichend Erfahrung zu verfügen, den gröbsten Blödsinn hinter sich gelassen zu haben.

J. Ryan Stradal hat es mit dem Kulinarischen. In „Die Geheimnisse der Küche des mittleren Westens“ ging es um Chili – und jetzt, wie der Titel schon sagt, um Bier.