Die Party

Daß die englische Upper Class nach mitunter seltsamen Spielregeln lebt, weiß man ja schon lange, aber Elisabeth Day gelingt es, diesem uns bekannt scheinenden Phänomen ein paar neue Seiten abzugewinnen.

Martin ist ein unglücklicher Junge, der sich, wie viele einsame Kinder, für etwas Besonderes hält, um überleben zu können, und da er klug genug ist und seine Mutter aus der Lebensversicherung des unglücklicherweise noch vor Martins Geburt verunglückten Vaters ein kleines Polster hat, darf er auf eine Privatschule. Wo all die reichen, verwöhnten, Rugby spielenden Schnösel nicht wirklich auf ihn gewartet haben, höchstens, um ihm zu zeigen, daß er nie in ihre Kreise aufgenommen werden wird.

Wäre da nicht Ben, noch gutaussehender, reicher und hochwohlgeborener als die anderen, der ihn aus einer peinlichen Situation rettet und zuläßt, daß er sein Freund wird, durch die Zeit in Oxbridge und darüber hinaus.

Zumindest glaubt Martin, sein bester Freund zu sein, auch wenn ihn Spitzname "Kleiner Schatten" , den Ben - oder war es seine Frau - ihm verpaßt hat, mißtrauisch machen sollte.

Wie sehr er sich geirrt hat, merkt er ein wenig spät.

Ein Buch für einen langen, sonnigen Oktobertag auf der Terasse, eingewickelt in ein Plaid und versorgt mit einer Flasche guten Sherrys. Oder White Port. Keinesfalls Tee, so wie die Protagonisten ihn in diesem Buch ständig trinken, kann es einen nur schaudern. Aber wie gesagt - seltsame Spielregeln dort.

 

 

 

 

 

Day, Elizabeth
DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG
ISBN/EAN: 9783832198671
20,00 €