0

Die rote Jägerin

Wenn man ein Buch von 598 Seiten in einem Rutsch durchliest, ist das eigentlich schon Empfehlung genug. Und wenn man dann – weil man gerade in Spanien ist – sich das erste der Reihe Sonntags morgens um 8 im Zeitungsladen kauft, weil man es nicht abwarten möchte, bis es vielleicht auf Deutsch erscheint, dann braucht man zum Inhalt nichts mehr zu sagen, es sei denn, man hat so diesen ausgeprägten Mitteilungstrieb des zwanghaften Lesers.

Ich mag eigentlich keine Krimis, in denen eine der ermittelnden Hauptpersonen, meistens sind es Frauen, eine Art Superwoman mit besonderen Kräften ist oder wenigstens blind oder autistisch.  Deshalb war ich nie ein Fan von Frau Salander – ich fand diese Figur völlig unrealistisch,  auch wenn sie (nicht nur) in feministischen Kreisen sehr beliebt war. Nicht so die Helden dieses Romans:

Antonia Scott  ist einfach nur besonders intelligent, mit einem IQ von mehr als 200 und noch dazu durch eine nur als Folter zu bezeichnende Ausbildung gegangen, in der man ihr beibrachte, ihre Begabungen effizient einzusetzen. Juan Gómez-Jurado macht sich zudem die Mühe, in seinem Nachwort zu erklären, wie er auf eine solche Idee gekommen ist: Es gab bzw. gibt tatsächlich Frauen mit einem IQ von mehr als 200, von Marilyn Vos Savant haben Sie vielleicht auch schon gehört.

Antonie ist nicht gerade glücklich mit ihren Fähigkeiten, und hat ihrer Nutzung auch abgeschworen, denn sie trägt schwer an dem Umstand, dass ihr Mann seit drei Jahren im Koma liegt, weil er in einem ihrer Fälle zur falschen Zeit am falschen Ort war.

Und dann haben wir da noch Jon Gutiérrez, schwul, eitel,übergewichtig, und Baske dazu, der gerade aus Mitleid mit einer Hure ihrem Zuhälter knapp 400 Gramm Heroin in den Kofferraum gelegt hat und leider nicht bedachte, dass manche Nutten ihrem Kerl ziemlich hörig sind, selbst wenn er sie wie Scheiße behandelt, und dass man ihnen deshalb nicht von seinem Plan erzählen darf, wie man sie von ihm zu befreien gedenkt… Dann landet die gute Tat  im Internet und man selbst wird suspendiert.

Bis ein misteriöser Herr einer ziemlich geheimen Dienststelle kommt und sagt, er könne einem den Arsch retten, wenn man es schaffe, Antonia wieder zum Arbeiten zu bringen….

Je nun, er schafft es, und er ist mir dabei sehr ans Herz gewachsen.

Gómez-Jurado bittet in seinem Nachwort sehr herzlich darum, man möge nicht verraten, wie das Buch ausgeht. Das wäre auch kontraindiziert, wenn man Buchhändler ist und möchte, dass Sie das Buch kaufen. Glauben Sie mir daher einfach und fangen Sie mit dem Buch, so wie ich, an einem Sonntagmorgen an. Es könnte nämlich sein, dass sie an dem Tag sonst nichts anders mehr tun als lesen..

10,00 €inkl. MwSt.
Lieferbar innerhalb 24 Stunden
In den Warenkorb