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Ein teuflisches Vergnügen

Die Bücher von Castle Freeman gehören zu den Gründen, warum man die USA nicht aufgeben darf. Seine Helden sind der Gegenentwurf zu Trump und seinem Gefolge, weil sie intelligent sind und vor allem die Ansicht vertreten, dass man manchmal zwar dem Recht zu Siege verhelfen muss, aber auf keinen Fall mittels eines Gewehrs oder ähnlich tumber Mittel.

Schon sein erstes, in Deutschland erschienenes Buch, „Männer mit Erfahrung“ habe ich Ihnen auf dieser Seite und im Laden sehr ans Herz gelegt, und Sheriff Wing, der Protagonist in „Auf die sanfte Tour“ und „Der Klügere lädt nach“ ist eine meiner unangefochtenen Lieblingsfiguren. Freeman versteht sich auf wunderbare Rachegeschichten – sehr empfehlenswert für Frauen, die gerade einen leichten Zorn auf einen angeberischen, chauvinistischen Großkotz haben und sich ein wenig abreagieren müssen.

Auch das neue Werk ist eigentlich eine Rachegeschichte, verpackt in eine faustische Szenerie: Langdon Taft, ein etwas abgehalfteter Eigenbrötler, der seinen früheren Lehrerberuf nicht ganz freiwillig an den Nagel gehängt hat, bekommt Besuch von Mister Dangerfield, einem „Mann mit vielen Talenten“, die er nun auch Taft anbietet, natürlich zum Preis seiner Seele. Sechs Monate lang werden all seine Wünsche in Erfüllung gehen, aber am Memorial Day muß er dann den Abstieg in tiefer gelegene Gefilde antreten. Ein verführerisches Angebot für einen Mann, der mit seinem Leben abgeschlossen hat. Allerdings klappt der teuflische Plan nicht ganz wie gedacht, denn Taft benutzt diese Talente zwar ausgiebig, aber auf sehr eigene Weise.

Leider ist der Spaß schon nach 175 Seiten vorbei, weshalb ich hier nicht zu viel erzählen kann – lesen Sie einfach selbst, Sie werden es, wie Taft, nicht bereuen.

GR

Roman
Einband: gebundenes Buch
EAN: 9783446274020
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