Stummes Echo

von Susan Hill

Wenn sie die Romane von J.J. Carr mögen, sollten Sie sich von Susan Hill auf den Beacon entführen lassen, einen inzwischen etwas heruntergekommenen Hof, der einmal die Heimat einer großen Familie war, auf dem jetzt aber nur noch May mit ihrer Mutter lebt. Seit Jahren schon, seit sie aus London zurückgekommen ist, wohin sie als junge Frau zum Studieren ging. Aber in der großen, lauten Stadt wird die begabte May von Angstzuständen überfallen, dem „Grauen“, wie sie es nennt, und dieses Grauen treibt sie zurück auf den Beacon, in die langweilige, von ihrer kalten Mutter dominierte Enge. Ihre Geschwister haben alle ihr eigenes Leben gefunden, vor allem Frank, der jüngste, der ein so stilles, seltsames Kind war. Als die Mutter dann stirbt, kommen alle zusammen, alle bis auf Frank, und erst langsam erfahren wir, warum keiner von ihnen noch mit ihm spricht. Er war, ganz anders, als man es von ihm erwartet hätte, ein erfolgreicher Journalist geworden, der reich geheiratet hat und dann als Witwer einen Bestseller schrieb, in dem er den Beacon und seine Kindheit beschrieb, oder besser: zu beschreiben schien: als eine Hölle von Gewalt und Gemeinheit, die er dort erdulden mußte. Keiner seiner Geschwister wagte es je, gegen diese Bilder anzugehen, die sie alle der Verachtung ihrer Umgebung preisgab, und nun kommt er zur Beerdigung der Mutter zurück…

„Ein kleines Meisterwerk“, nennt der Daily Telegraph dieses Buch, und er hat recht.

 

Hill, Susan
Kampa Verlag AG
ISBN/EAN: 9783311210078
18,00 € (inkl. MwSt.)