Buchtipps

Doggerland gibt es nicht. Aber es ist gut erfunden – eine kleine Inselgruppe in der Nordsee, bevölkert von Menschen, die aus England, Dänemark, Schweden stammen, doggerisch sprechen und gelernt haben, einem teilweise rauhen Klima zu trotzen. Man muß neben dieser Erfindungsgabe auch den Mut von Maria Adolfsson bewundern, einen aktuellen Krimi in…
Frau Nothomb führt uns in letzter Zeit gerne in leicht verrückte Familienkonstellationen. Das war schon so bei „Töte mich“, und auch in „Happy End“ lernen wir Figuren kennen, die einer sehr altmodischen Szenerie entstammen, voller französischer Blumentapeten und Samtsesseln. Die Protagonisten könnten gegensätzlicher nicht sein: da ist Diodat,…
Dave Eggers hat ein gewisses Faible für Menschen, denen man über lange Strecken beim Scheitern zusieht. Man möchte dann in das Buch hineinspringen und dem jeweiligen Protagonisten zurufen, daß er doch bitte aufhören möge, sich immer tiefer in den Selbstbetrug und die daraus resultierenden Fehlentscheidungen zu begeben. Die Helden bei Genazino –…
„A surfing life“ ist der Untertitel der englischen Originalausgabe. Ich muß gestehen, ich hätte mir vor der Lektüre dieses Buches nicht vorstellen können, daß mich eine Geschichte, in der es nur ums Surfen zu gehen scheint, in der man seitenlang ausführliche Beschreibung von Wellen, Gischt, Riffen dem besten Ausgangspunkt für den Ritt und jede Art…
Haben Sie „Mutterland“ von Paul Theroux gelesen? Dann sollten Sie nun den neuen Roman von Tom Rachman nicht versäumen, den man „Vaterland“ nennen könnte, oder auch mit dem gleichen Recht „Kein Vaterland, nirgends“ .Bei Theroux versucht der Sohn es seiner dominanten und intriganten Mutter irgendwie recht zu machen, bei Rachmann jagt ein Sohn mit…
So wie William Barry in „Tage ohne Ende“ befaßt sich auch Woodrell in seinem jüngsten, auf Deutsch erschienenen Roman mit einer Seite des amerikanischen Bürgerkriegs, der auch dem historisch Interessierten nicht ohne Weiteres vertraut ist: den Milizen, die auf beiden Seiten neben der regulären Armee in den letzten Jahren des Krieges im Grenzgebiet…
  Selten, sehr selten, also einmal im Jahr (in sehr guten Jahren zweimal) liest man ein Buch, daß so gut ist, man möchte vor dem Autor niederknien und ihn lobpreisen. Bei einem irischen Autor wie Barry  erschrickt man dann ein bißchen und fürchtet, er könne das für blasphemisch halten, auch wenn das mit Gott in diesem Buch so eine…
muß man sich einmal mehr fragen, ob die Titellillustratoren (oder -innen) eigentlich die Bücher lesen, deren Cover sie gestalten. Dieses Buch spielt in der Normandie, die nicht gerade für ihre Lavendelfelder berühmt ist. Aber sei´s drum. Frau Olmi ist bekannt für eher tiefgründige Beziehungsgeschichten, für Strömungen unterhalb der…
Man riecht sie förmlich, die Kuhscheiße. Und wer – selbst nur ein paar Jahre – auf dem Land aufgewachsen ist, spürt es auch nach 50 Jahren noch in sich hochkriechen, wie das war, wenn man beinah auf dem glitschigen Boden im Stall vor dem Misten ausgeglitten wäre und gelandet in diesem Gemisch aus Stroh und Pisse, man sieht sie vor sich, die…
In der Literaturbeilage der "Zeit" wurde das Buch von Robin Lane Fox hochgelobt, und in der Tat ist es ein sehr kurzweiliges Werk, nach dessen Lektüre man einmal mehr weiß, daß die Engländer irgendwie verrückt sind. Was das Gärtnern angeht, gibt es wohl kaum ein Land, in dem insbesondere die Mitglieder der Upper Class (denn nur die haben ja…

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