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Buchtipps

Auch wenn Ihnen im ersten Moment der Name Philip K. Dick nichts sagen, so erinnern Sie sich sicher an „Blade Runner“ oder „Minority Report“. Dick (1928 bis 1982) war einer der ganz großen Science-Fiction-Autoren Amerikas, wie kaum ein anderer analysierte er die Struktur der amerikanischen Seele und sah voraus, welche Gefahren der amerikanische Traum in sich birgt.

Nach “Gone Girl” und „Girl on the train“ nun also “The girl before”, das sich ein bißchen wie eine Auftragsarbeit zum Thema “Mädchen, die irgendwie verschwinden und/oder leicht sadistischen Männern sexuell verfallen“ daherkommt. Wir wollen darüber aber nicht schimpfen, denn spannend ist das Buch trotz des durchschaubaren Aufbaus, und es läßt uns sehr lange im Unklaren, wer denn nun der Täter ist, wenn es denn überhaupt einen gibt.

Wer schon etwas von Doris Knecht gelesen hat, „Besser“ zum Beispiel, oder das grandiose „Wald“, der weiß: was sie uns hier über Beziehungen erzählt, macht nicht gerade Hoffnung auf die Möglichkeiten einer glücklichen Ehe.

Es gibt geschwätzige Autoren und solche, die halten es mit Mark Twain: Schreiben ist leicht, man muß nur die falschen Worte weglassen. So einer ist Castle Freeman. Schon „Männer mit Erfahrung“ war ein Roman, den man in einem Zug wegliest und bedauert, daß er nicht noch ein bißchen, wenigstens ein kleines  bißchen länger ist. Aber länger kann er nicht sein, weil es bei Freeman nun einmal  kein Wort zu viel und keines zu wenig gibt.

Eine kleine Geschichte, fast eine Novelle, nur 96 Seiten. Eine Liebesgeschichte, vielleicht, oder eine von verpaßten Chancen, die man auch mit dem größten Bemühen sehr spät nicht mehr nachholen kann.

Mochten Sie "Stoner"? Dann ist auch dieses hier ein Buch für Sie. "Geschichten einer Ehe" lautet der Untertitel, und in der Tat haben wir es hier nicht mit einem Roman zu tun, sondern mit 7 Erzählungen, die gemeinsam die Tragödie einer Ehe erzählen. Hubert und Rose sind zwei zutiefst einsame Menschen, die mehr als 40 Jahre nebeneinander herleben und so ihr Leben verschwenden. An Mißverständnissen, vor allem aber an Sprachlosigkeit und Konvention leidet diese Ehe, leiden diese Menschen, und natürlich auch an einer überkommenen irisch-katholischen Gesellschaft.

Nicht mehr ganz neu, aber der perfekte Buchtipp für junge Frauen ist diese Geschichte einer ziemlich durchgeknallten Familie. Vor allem die Mutter ist eine unerträglich ichbezogene Althippie-Schnepfe, der es gelingt, sogar den wichtigsten Tag ihrer Tochter, ihren Universitätsabschluß in Oxford, zu dominieren: indem sie stirbt.  Herrlich erfrischend, mit lebensechten Dialogen und sehr, sehr komisch! Nele Pollatschek muß man sich merken.

Die Geheimnisse der Küche des mittleren Westens von J. Ryan Stradal Bücher, in denen gekocht wird, gibt es viele, aber wenige sind so mitreißend wie dieses.

Die himmlische Tafel – das ist der Ort, an dem man im Himmel für alle Entbehrungen entschädigt wird, wo Milch und Honig fließen oder wenigstens ein Donut  zu haben ist oder eine Schüssel Haferbrei. Die 3 Jewett-Brüder allerdings sind weit entfernt von solchen Genüssen, seit ihre Mutter gestorben ist und ihren Vater dem Wahnsinn nahe zurückgelassen hat.